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Presseberichte |
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Artikel in den „Elmshorner Nachrichten" KOLLMAR (bcb). Mit über 50 beruflich noch einmal neu anzufangen, dazu gehört Mut. Jürgen Timm hatte ihn. 2001 schloss er seinen kleinen Kaufmannsladen in der Elbgemeide und baute ihn zu einem Kulturcafe um - auf eigenes Risiko und mit geliehenem Geld. Ein Sprung ins kalte Wasser, von dem er heute, nach 1000 Tagen, sagt: "Ich würde es immer wieder tun." Leicht gefallen war Timm dieser Schritt damals trotzdem nicht. Denn mit seinem "Edeka"-Laden starb auch ein Stück Familientradition und Kollmaraner Ortsgeschichte. Außerdem hatte Timm den Einzelhandel von der Pike auf gelernt. Just das aber dürfte ihn gerettet haben, denn scharf kalkulierend erkannte er Ende der 90er: "Die Zeit der kleinen Läden war vorbei. Die Verdienstmöglichkeiten, das, was für die Familie übrigblieb, gingen zurück. Mit meinen 80 Quadratmetern Verkaufsfläche konnte ich gegen die großen Märkte langfristig nicht bestehen." In den rund 75 Jahren zuvor hatte die Welt noch anders ausgesehen. In den 20er-Jahren eröffneten Timms Großeltern mütterlicherseits, die Familie Kriedemann, ihr "Colonialwarengeschäft" an der Ecke Schulstraße und Neuer Weg. "Da gab es Textilien, Tabak undSpirituosen", erinnert sich Enkel Jürgen heute. Sein Vater Harald übernahm nach dem 2. Weltkrieg das Geschäft von seinen Schwiegereltern und erweiterte das Angebot um Lebensmittel. Der Laden war damals der VEGE, der Verkaufsgemeinschaft eines Uetersener Großhändlers, angeschlossen. Jürgen, geboren 1949, ging nach der Schulzeit bei einem Kaufmann in Wilster in die Lehre. Es war noch die Zeit der lose verkauften Waren: "Hinter dem Tresen standen wir zu zehnt und haben Rosinen, Sukade oder Grieß abgewogen, Milch in mitgebrachte Flaschen gepumpt. Und wir verkauften vom Nasenring für Schweine über Muschelkalk und Viehsalz bis zu Holzpantinen alles, was auf dem Land gebraucht wurde", erzählt Timm. Nach Wanderjahren, die ihn durch die ganze Republik führten, übernahm er 1977 den väterlichen Laden, der damals bereits zur Edeka gehörte - "da kam man nur rein, wenn sich die Ware schnell in Rollcontainern anliefern ließ", weiß Timm noch heute. In jenen Jahren etablierten sich immer mehr Großmärkte in den umliegenden Städten, und die Bevölkerung wurde immer mobiler. "Früher kauften die Leute noch im Dorf ein", erinnert sich Timm, "da gab es in Kollmar zwei Bäcker, Schlachter und Märkte sowie etliche Stubenläden, und jeder konnte davon leben." Doch damit ging es stetig bergab. Als zur Jahrtausendwende klar war, dass auch für den Timmschen Laden die Uhr ablief, tagte der Familienrat. "Für mich kam nur etwas in Frage, was mit Menschen zu tun hat", so Timm. Das Haus gehört der Familie, es ist touristisch günstig gelegen - eine Gaststätte einzurichten war naheliegend. Beflügelt wurde der Gedanke durch die Tatsache, dass Jürgen Timm seit nahezu 30 Jahren Musik macht, in verschiedenen Bands und als Solist. Die Idee für ein Kulturcafe, in dem nicht nur er, sondern auch Künstlerkollegen auftreten können, wurde 2001 in die Tat umgesetzt. Nach einem halben Jahr Umbauzeit hatte sich die Garage in eine Eisdiele und die spröde Ladenfläche mit den großen Fenstern in einen urgemütlichen Gastraum verwandelt. Dielenboden, Sprossenfenster und Naturholzmöbel, dazu stilvolle Dekoration schaffen die persönliche Atmosphäre, auf die Timm und seine Frau Ilka-Dunja, aber auch die Gäste, so viel Wert legen. Mittlerweile hat sich das "Cafe Sünnschien" gastronomisch wie auch als Kleinkunstbühne etabliert, die sechsstellige Investition beginnt sich zu rentieren. Ein Neubeginn, den die Timms nicht bereuen - "vielleicht hätte er schon zehn Jahre früher angepackt werden können", sinniert der musikalische Gastronom heute. ( www.cafe-suennschien.de)
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Schulstraße 2 l 25377 Kollmar l Tel.: 0 41 28 - 4 73 |
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